” DAS SOLDATENERBE: WENN KINDER DAS SCHICKSAL IHRER VÄTER MITTRAGEN”
Liebe Klienten, Kollegen, Schüler und Freunde,
der Krieg raubt noch immer unsere Kinder-selbst wenn der Frieden im Land schon seit Jahrzehnten währt. Denn die Wunden bestehen weiter in den Söhnen und Töchtern der Väter, die einst ihr Vaterland verteidigten. Und auch die Kinder und Kindeskinder dieser Kriegskinder teilen mitunter das Erbe ihrer Großväter und Urgroßväter. Bis das Leid des Krieges endgültig geheilt ist, braucht es viele Generationen. Die Männer damals wurden gerufen, um vermeintlich bestehende Freiheiten und Werte zu beschützen und zu erhalten. Nicht viele von ihnen kehrten von der Front zurück. Denn der gemeine Soldat musste ausgleichen, was auf höherer Ebene nicht sorgfältig auf den Weg gebracht wurde. Die, die wiederkamen und ihre geistige Freiheit bewahrt hatten, stellten sich quälende Fragen: Wie viel Loyalität schulde ich dem Vaterland? Hat das Land sein Volk verraten?
Zu Hause stand ein weiterer Kampf bevor. Das Leben musste bewältigt werden: Partnerschaften wurden eingegangen, Familien gegründet oder das unterbrochene Familienleben wurde wieder aufgenommen. Die Heimkehrer rangen dabei nicht nur mit der Veränderung ihrer Persönlichkeit, den Zweifeln und Traumata des Krieges. Nein, sie blickten auch mit düsteren Begleitern in die Zukunft: Tod, Gewalt, Verrat Verlust- und vor allem Angst. Krieg und Urvertrauen gehen stets getrennte Wege.
Die Mühen, die Vergangenheit von der eigenen Familie fernzuhalten, waren nicht überall erfolgreich. Wie konnte man, bei aller Offenheit für Therapie und Heilung, das Erlebte bewältigen? Und so eilten die Kinder fast wie selbstverständlich herbei, um die Last der Soldaten zu tragen. Sie handeln aus Liebe, wenn sie die Schicksale ihrer Väter und Großväter lindern wollen und um Ausgleich bemüht sind. Das Erbe des Krieges, das wir bei diesen Kindern vorfinden, sind Rastlosigkeit und Gefühlskälte, Liebesunfähigkeit und Wurzellosigkeit. Ob auf dem Schlachtfeld gefallen oder nicht: Fast alle wuchsen ohne Vater auf.
Wir möchten an diesem Wochenende zeigen, dass die Lösung in der inneren Haltung zur Vergangenheit liegt. Weder die Wertung, noch der Zorn mit der größeren Kraft, die unser Schicksal lenkt, versprechen das Heil, das diese Kinder suchen. Sie müssen sich vielmehr aus der systemischen Verstrickung lösen und den Fokus ihres Denkens und Handelns auf das Hier und Jetzt legen. Erst dann wird die Liebe wieder einziehen, die dem Krieg einst geopfert wurde.
SEMINARORT: TAI CHI SCHULE IM AKAZIENHOF, AKAZIENSTR.27 IN 10823 BERLIN-SCHÖNEBERG, 1.HOF RECHTS, 5. OG LINKS, FAHRSTUHL IST VORHANDEN.
FÜR ESSEN UND TRINKEN IST GESORGT. BITTE HAUSSCHUHE ODER SOCKEN MITBRINGEN.
SEMINARZEIT: SAMSTAG UND SONNTAG AB 10.00 UHR BIS ABENDS
FREUNDE UND FAMILIE SIND HERZLICH WILLKOMMEN, NEUE GÄSTE MELDEN SICH BITTE VORHER TELEFONISCH AN.
WER EINE AUFSTELLUNG BUCHEN MÖCHTE, MELDE SICH BITTE EBENFALLS TELEFONISCH.
